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11.10.2006
Bericht zum letzten Lauf der Deutschen Autocross Meisterschaft am 7./8. Oktober 2006 in Gründau
Nachdem der Meisterschaftslauf in Hoope nicht stattgefunden hatte, bemühte sich der rührige Vorsitzende des MSC Gründautal Horst Laubach sofort um die Übertragung eines Ersatzlaufes nach Gründau. Der Club feierte 35-jähriges Jubiläum und da war es eine gute Gelegenheit, mit einer Doppelveranstaltung für Rallycross und Autocross diese Jubiläum gebührend zu feiern.
Man hatte weder Kosten noch Mühen gescheut, alles war gut organisiert und sogar der Wettergott spielte mit. Bereits am Sonnabend wurden neben den Vorläufen der Rallycrosser auch Freies- und Zeittraining der Autocrosser abgewickelt, so daß der Sonntag dann ausschließlich für die Wertungs- und Finalläufe genutzt werden konnte. Die Organisatoren wollten keinesfalls mit dem zeitlichem Ablauf Probleme bekommen und dementsprechend früh ging es los. Dichte Nebelschwaden hingen noch, einen sonnigen Tag versprechend über dem Gründautalring, als es mit den Junioren der Klassen 5 und 6a los ging.

1. Wertungslauf

Cross- und Juniorkarts Klasse 5 u. 6a
Erfreulich! Sieben Autos standen am Start, leider nur eins aus der neuen Generation. Die Protagonisten der vergangenen Läufe, Natalie Straub und Willi Schulze standen in der ersten Reihe. Dazu Rene Mandel im schon etwas betagtem Gefährt. Aber was alt aussieht muß deshalb nicht schlecht sein. Mandel ging vom Start weg in Führung und alle Versuche von Schulze jr. daran etwas zu ändern gingen daneben. Es war sehr knapp, aber Mandel blieb Sieger. Natalie Straub sah sich das Schauspiel gelassen von Platz drei aus an. Ihr Vorsprung in der Deutschen Autocross Trophäe war groß genug, als das sie sich noch hätte besonders echauvieren müssen. Vierte wurde Patricia Bill, vor Johannes Söhl und Pacal Erletz, die von den drei ersten überrundet wurden. Diese Schicksal ereilte auch Lawinia Dierssen. Die Jüngste im Feld, sie wird erst zum Jahresende 10, zeigte sich besonnen und scheint einen Riesenspaß an der Rennfahrerei zu haben.

Juniorkarts Klasse 6c
Auch hier erfreulicherweise sieben Autos am Start. Eindeutiger Favorit war natürlich Steven Laubach, der bereits in Siegbachtal sein neues Juniorkart aus dem Hause Peters sehr erfolgreich vorgestellt hatte. Aber auch mit Altmeister Werner Hattig, Patrik Krüger und vor allem Tanja Wallukat und Michael Maier vom "Green Team" war zu rechnen.
Laubach hatte beim Start sofort die Nase vorn und kam schon mit Vorsprung aus der ersten Runde und vergrößerte diesen Runde um Runde. Maier, Krüger, Hattig und Tanja Wallukat kämpften untereinander. Wie schon im Frühjahr mußte Hattig die schnelle Tanja vorbei lassen. Thomas Bock schaffte nur fünf von sechs Runden. Der Einlauf: Laubach, Maier, Krüger, Wallukat, Hattig, Herröder, Bock.

Serientourenwagen Klasse 1
Die derzeit am stärksten besetzte Klasse. Insgesamt hatten 11 Fahrer gemeldet, so daß auch in Gründau in zwei Gruppen gefahren werden mußte. In der ersten Gruppe trafen gleich Marco Gebhardt und Mario Detzer aufeinander. Beide hatten Chancen auf den Meistertitel.
Detzer will es noch einmal wissen und prügelt seinen Golf brutal um den Kurs. Domenic Bendix, leider nicht mehr bei allen Läufen präsent, zeigt, daß er nichts verlernt hat und liegt nur knapp hinter Detzer. Aber auch Marco Gebhardt hält wacker mit und wird Dritter hinter Detzer und Bendix. Baumgärtner vom MC Kesseltal auf dem Scirocco wird Vierter vor Rene Krüger. Achim Krautzberger hätte bei dieser Gruppe dabei sein sollen, trat aber nicht an.
In der zweiten Gruppe standen Markus Ruppel, Thomas Alexiewicz, Michael Elstner, Patrik Bauer und Oliver Storz am Start. Hier hatte am Ende Ruppel das bessere Ende für sich und konnte Thomas Alexiewicz auf den zweiten Platz verweisen. Dritter dann Michael Elstner, Patrik Bauer und Oliver Storz.
In der Addition der zeiten beider Gruppen ging die Sache wie folgt aus: Detzer, Bendix, Gebhardt, Baumgärtner, Ruppel, Alexiewicz, Elstner, Krüger, Bauer und Storz.

Supertourenwagen Klasse 2
Endlich einmal wieder ein volles Starterfeld bei den Supertourenwagen. Bei 12 Nennungen muße auch hier in zwei Gruppen gestartet werden. In der ersten Gruppe nahmen die Herren Ignaz Schneider, Rene Münnich, Johann Hirn, Stephan Buck , Stefan Hartmann und Wolfgang Faß Aufstellunneider trieb seinen Lancia Integrale mit Bravour um die Bahn fliegen und ließ keinen Zweifel aufkommen, wer hier Chef im Ring war. 18 Sekunden Vorsprung im Ziel vor Rene Münnich sprachen eine deutliche Sprache. Es folgten Johann Hirn, Stephan Buck und Stefan Hartmann. Wolfgang Faß im Mandel-Subaru schied leider nach 3 Runden aus.
In der zweiten Gruppe dann Norbert Fuchs im Audi Dickschiff. Ernst Albrecht, Wolfgang Schwarz , Rene Schlöffel, Thomas Schulz und Thomas Kunert. Fuchs, läßt nichts anbrennen, der Audi fühlt sich richtig wohl aus dem Asphaltkurs, aber auch der Opel Astra von Ernst Albrecht hält mit. Wolfgang Schwarz fällt ein wenig ab, sein dritter Platz ist aber sicher, da kann auch Rene Schlöffel als Vierter nichts dran machen. Thomas Schulz und Thomas Kunert belegen Platz fünf und sechs.

Spezialcrossfahrzeuge Klasse 3
Auch bei den "Spezies" war die Meisterschaft noch nicht endgültig entschieden. Daniel Naumann saß Klasse 4-Fahrer Michael Straub noch im Nacken. Und dann noch ein schlechter Start und hervorragende Konkurrenz am Start. Timo behm im Büchl-Eigenbau dominierte vom Start weg. Aber auch Josef Vögel aus Österreich und Carsten Schlöffel zeigten sich in toller Form. So blieb für Daniel Naumann nur der vierte Platz vor Dieter Dieselkämper und Sabrina Straub. Es durfte also weiter gebangt werden.

Spezialcrossfahrzeuge Klasse 4
Michael Straub hatte wieder "Riesenglück", daß drei Fahrzeuge gemeldet hatten und er davon ausgehen konnte, Wertungspunkte zu bekommen. Marcus Märzendorfer, stand rechts von ihm und Dany Stark von der Grand Nation links neben ihm. Mit lautem getöse ging es los und das fast schon gewohnte Bild war auch in Gründau zu sehen. Michael ließ Märzendorfer vornehm den Vortritt, 0,2 Sekunden später fuhr er über die Ziellinie. Dany Stark brauchte 25 Sekunden mehr für die gesamte Strecke.

2. Wertungslauf

Cross- und Juniorkarts Klasse 5 und 6a
Alle sieben waren wieder am Start und wollten eine gute Figur abgeben. Diesmal ließ sich Willi Schulze von Rene Mandel nicht die Butter vom Brot nehmen und drehte den Spieß um. Sieger im zweiten Wertungslauf vor Rene Mandel und Natalie Straub. Ausserdem schafften Patricia Bill und Pacal Erletz noch die Gesamtdistanz von 6 Runden. Johannes Söhl wurde einmal und Lavinia Dierssen zweimal von der Spitze geschluckt.

Juniorkarts Klasse 6c
Im Grunde eine Wiederholung des ersten Laufes. Steven Laubach souverän vorn. Es dürfte in der nächsten Zukunft schwer werden ihn zu schlagen, denn erstens geht sein von Paul Peters in Holland gebautes Auto erstklssig und Steven selbst zeigt, daß er damit exellent umgehen kann. Michael Maier und Patrik Krüger können da noch nicht ganz mithalten. Krüger baut aber neu und man darf gespannt sein. Schwer hat es zur Zeit Werner Hattig, der fast die gesamte Saison diese Klasse dominiert hat, dem jetzt aber Grenzen aufgezeigt werden. Insbesondere Tanja Wallukat zeigt ihm, wo Bartel den Most holt.
Die Reihenfolge im Ziel: Laubach, Maier, Krüger, Wallukat, Hattig, Herröder und eine Runde zurück letztlich Thomas Bock.

Klasse 1 Serientourenwagen
Da Achim Krautzberger nicht startete konnte die Gruppenbildung entfallen. Es schickten sich also 10 Starter an die vorletzten Punkte für die Deutsche Autocross Meisterschaft zu erringen.
Domenic Bendix wollte es noch einmal wissen und rauschte als Erster um den Kurs. Marco Gebhardt wußte, daß er sich keinen großartigen Punktverlust leisten durfte und hing dem Opel am Heck. Dritter dann Mario Detzer, der einen etwas schlechten Start erwischt hatte. Die drei bildeten eine Gruppe die sich von den Anderen immer mehr absetzen konnte und liefen in dieser Reihenfolge auch im Ziel ein. Vierter wurde Markus Ruppel, vor Baumgärtner, Bauer, Elstner, Alexiewicz, Krüger und Storz.

Klasse 2 Supertourenwagen
Ignaz Schneider war wiederum nicht zu bremsen und war allen Anderen überlegen. Lediglich Ernst Albrecht im Opel Astra, Norbert Fuchs und Rene Münnich konnten einigermaßen mithalten. Auch Wolfgang Schwarz im Golf III war anfangs noch mit dabei, wurde aber immer weiter nach hinten durchgereicht und konnte eine Überrundung nicht verhindern. Rene Schlöffel wurde mit 11 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Fünfter, knapp dahinter Wolfgang Faß, weitere 2 Sekunden später Johann Hirn. Thomas Kunert, und Thomas Schulz belegten die beiden letzten Plätze.

Klasse 3 Spezialautocrossfahrzeuge bis 1600 ccm
Auch hier war Timo Behm wiederum nicht zu schlagen und zog souverän an der Spitze seine Runden. Daniel Naumann wollte sich bei der Vergabe der Meisterschaftspunkte keine Blöße geben und belegte mit 12 Sekunden Abstand zum Sieger Platz Nummer zwei. Dieter Dieselkämper wurd kurz dahinter Dritter, vor Josef Vögel und Sabrina Straub. Carsten Schlöffel hatte auch in Abwesendheit von Markus Rausch Probleme mit der Radaufhängung und schied in Runde fünf aus.

Klasse 4 Spezialautocrossfahrzeuge über 1600 ccm.
Michael Straubs Rechnung war aufgegangen. Seine beiden Konkurrenten hatten den ersten Wertungslauf heil überstanden und rollten aus eigener Kraft an den Start. Straub war auf die zu vergebenden 20 Meisterschaftspunkte und spielte das Potenzial seines Boliden richtig aus. Die Rechnung ging auf. In 3:19.47. wurde er als Erster abgewunken. Märzendorfer in 3:21.85 Zweiter und Danny Stark in 3:31.47 Dritter. Die schnellste Runde fuhr Michael zum Schluß mit 97.395 km/h. Steven Laubach bei den Juniorkarts im zweiten Wertungslauf mit 100.804 km/h in Runde 2.

Finalläufe

Cross- und Juniorkarts Klasse 5 u. 6a
Willi Schulz und Rene Mandel lieferten sich, wie schon in den vorangegangenen Läufen einen erbitterten Zweikampf, den Willi zunächst für sich entschied. Leider war nicht verborgen geblieben, daß er trotz gelber Flaggen überholt hatte. Die Zurückversetzung auf den letzten Platz wurde vom Rennleiter als Strafe ausgesprochen. Trotz der Handicap-Regelung konnten sich die Anderen gegen Schulz, Mandel und Natalie Straub nicht so richtig in Szene setzen. Patrizia Bill aus Schotten mußte nach einer Runde abtsellen, Pascal Erletz, Johannes Söhl und Lavinia Dierssen wurden überrundet und belegten die Plätze.

Juniorkarts Klasse 6c
Wieder war es Steven Laubach, der allen um die Ohren fuhr. Aus der letzen Reihe gestartet, lag er schon nach einer Runde auf Platz eins. Lediglich Michael Maier konnte einigermaßen folgen. Trotzdem kam er erst 15 sekunden später ins Ziel. Werner Hattig und Thomas Bock mußten sich sogar eine Überrundung gefallen lassen. Tanja Wallukat als Letzte konnte an diesem Einlauf auch nichts ändern. Patrik Krüger und Björn Herröder schieden aus.

Serientourenwagen Klasse 1
Der Lauf wurde nach einem heftigem Einschlag von Domenic Bendix 2 Runden vor Schluß abgebrochen und sollte nach Rennleiterentscheidung wiederholt werden. Diese Entscheidung fand offensichtlich nicht die Zustimmung der Fahrer. Diese fuhren, als es soweit war, mehr eine Demonstartionsfahrt als ein Rennen. Der Corso wurde von Karl-Heinz Baumgärtner angeführt. Dann folgten Thomas Alexiewicz, Marco gebhardt, Mario detzer, Michael Elstner, Rene Krüger, Patric Bauer und Markus Ruppel. So war dann auch der Zieleinlauf. Zugegeben, eine etwas sehr merkwürdige Verhaltensweise der Fahrer. Die Gründe dafür sind dem Chronisten noch nicht bekannt.

Supertourenwagen Klasse 2
Zunächst machten die auf Grund der Handicap-Regelung Bevorteilten von ihrem Priveleg Gebrauch. Wolfgang Schwarz führte sogar eine Zeit lang. Der bisher Schnellste Ignaz Schneider im Lancia fiel in der dritten Runde aus. Aber nach und nach kämpften sich die besten aus den voran gegangenen Wertungsläufen nach vorn. Fuchs, Albrecht, Münnich, Hirn, schlöffel, Schulz Kunert und Schwarz fuhren in dieser reihenfolge durchs Ziel. Wolfgang Faß aus Gründau schied in der sechsten Runde aus.

Spezialautocrossfahrzeuge Klasse 3 u. 4
Auch hier machen zunächst die in den ersten Reihen gestarteten die Pace. Märzendorfer kommt noch als Erster an allen vorbei und übernimmt die Führung. Sabrina Straub fährthinter ihrem herrn papa, aber vor Daniel Naumann. Es sieht nicht so aus als bliebe Naumann nur aus Höflichkeit hinter der "Zickenzone", Sabrina fährt ein sehr gutes Rennen. Dany Stark ist auch noch dabei, aber weit abgeschlagen. Nach acht Runden folgende Zieldurchfahrt: Märzendorfer, behm, Vögel, Straub der Ältere, Straub die Jüngere, Naumann und Stark.

Alles in Allem ein schönes Saisonfinale. Organisation und Zeitnahme waren fehlerlos und Petrus hatte über den ganzen Tag nur pure Sonne geschickt. Aktive, Helfer, Ofizielle und Organisatoren freuten sich auf eine festliche Siegerehrung im "Hühnerhof".
Auch dort war alles hervorragend organisiert. Zuerst natürlich die Ansprachen der Honoratioren, dem Landrat und des Bürgermeisters. Dabei wurde dem Clubvorsitzendem Horst Laubach durch die Überreichung des "Ehrenbriefes des Landes Hessen" im Auftrag des Ministerpräsidenten durch den Landrat eine ganz besondere Ehre zu teil.
Dann erfolgte die Ehrung der Tagessieger und Platzierten. Eine Liveband lockerte zwischendurch die Stimmung immer wieder auf. Man ehrte, noch inofiziell, die neuen "Deutschen Meister". Harald Klemann gab als Vorsitzender der FA Off-Road beim DMSB einen Ausblick auf die Saison 2007.
Ganz zum Schluß des ofiziellen Teils erfolgte dann die Ehrung zur Deutschen Autocross Trophäe 2006. Der scheidende Vorsitzende Eberhard Rast dankte Fahrern, Helfern, Veranstaltern und den DMSB-Komissaren für ihren Einsatz. Besonders erfreut zeigte er sich, daß die mehrjährigen Bemühungen des DAV um den Einsatz der Juniorkarts nun langsam Früchte tragen, wie die Aufnahme der Klasse 6c in die Deutsche Autocross Meisterschaft 2007 zeige.
Dann wurde gefeiert und eine insgesamt erfolgreiche Autocross Saison um die Deutsche Autocross Meisterschaft und die Deutsche Autocross Trophäe würdig abgeschlossen.

Eberhard Rast
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