Bericht vom 4. Lauf zur Deutschen Autocross Meisterschaft am 15./16. Juli 2006 in Buxtehude
Was 2003 als Versuchsballon gestartet wurde, ist mittlerweile fester Bestandteil geworden.
Nämlich die Doppelveranstaltung für die Deutsche Meisterschaft im Autocross und im
Rallycross auf dem Estering in Buxtehude. Aber was ist in Buxtehude nicht alles möglich.
Sogar der Hase und der Igel haben sich in grauer Vorzeit dort schon Rennen geliefert,
behaupten jedenfalls die Gebrüder Grimm. Dass Buxtehude auch höherenorts einen guten Ruf
genießt zeigte die Tatsache, daß Petrus an beiden Tagen 100 % Sonnenschein schickte.
Der gute Ruf für ausgezeichnete Organisation und eine interessante Strecke erbrachte
nicht nur ein sehr gutes Nennergebnis insgesamt waren 138 Fahrzeuge am Start
sondern lockte auch eine erfreuliche Anzahl an Zuschauern an den Ring.
Während am Samstag das Training und einige Vorläufe bei den Rallycrossern gestartet
wurden auch da waren die Organisatoren vom Zuschauerinteresse angetan, ging
es am Sonntag dann richtig zur Sache.
Klasse 5, 6a und 6c
Leider hatten wieder nur sehr wenig Starter den weiten Weg nach Buxtehude gefunden. Also
wurde zusammengelegt, aber getrennt gewertet.
In der ersten Reihe also Hattig, Laubach und Krüger. Hattig braust wie gewohnt davon,
bekommt aber in der Sparkassen-Kurve Probleme mit Patrick Krüger. Lachender Dritter ist
Steven Laubach, der nichts anbrennen läßt und mit knapp 3 Sekunden gewinnt.
Natalie Straub, Willi Schulze und Johannes Söhl heißen die Starter aus der
Juniorenklasse.
Natalie tritt in die Fußstapfen ihrer älteren Schwester Sabrina und gewinnt ihre Klasse
im Spitznagel-Crosskart ( Klasse 5 )vor Willi Schulze im Juniorkart ( Klasse 6a ) und
Johannes Söhl im Crosskart (Klasse 5 ).
Im zweiten Lauf gibt es einen Fehlstart, der zunächst nicht geahntet wird. Wenig später
wird der Lauf anulliert und kurzfristig wiederholt. Auf Grund der kurzen Zeitspanne sind
nicht alle Fahrzeuge der Klasse 6c einsatzfähig, so daß es nur Punkte für die Klassen 5
und 6a gibt.
Die Reihenfolge ist gleich der im ersten Lauf: Straub, Schulze, Söhl.
Übrigens ist wegen der geringen Teilnehmerzahl keine dieser Klassen für die Deutsche
Meisterschaft, noch für die Deutsche Juniorenmeisterschaft ausgeschrieben. Die Klassen 5
und 6a fahren um einen Juniorenpokal, der vom dmsj (Deutsche Motorsport Jugend)
ausgeschrieben wurde. Der DAV allerdings wertet im Rahmen der Deutschen Autocross
Trophäe. Somit zählen die eigefahrenen Punkte bei der jeweiligen Veranstaltung und am
Saisonende für Preisgeld und Pokale.
Im Finale waren dann wieder alle drei Juniorkarts der Klasse 6c am Start und Hattig
revanchierte sich für seine Niederlage im 1. Wertungslauf. Nach 9 Runden
hatte er seine Nase mit etwas mehr als einer Sekunde vor Krüger vorn. Steven Laubach
gewann die Bronzemedaille.
Bei den Junioren balgten sich Natalie Straub und Johannes Söhl um die Punkte.
Natalie gewann mit einem klarem Schultersieg mit über 50 Sekunden Vorsprung.
Trotzdem, an dieser Stelle ein dickes Lob für Söhl jr. der sich mit seinen 10 Jahren
ganz schön was traut.
Klasse 1
Wie schon in den vorangegangenen Läufen mußte auch in Buxtehude in 2 Gruppen gestartet
werden. In Gruppe 1 starten: 133 Phillip Schwarz im Peugeot 309, 117 Christoph Wanniger im
Citroen AX, 104 Mario Detzer im Golf in Reihe 1, dahinter 122 Achim Krautzberger, und die
128 Mario Bauer, Peugeot, in Reihe drei dann 129 Benjamin Goltz im Citroen.
Ein leichtes anrucken von Detzer wird von den Startrichtern ignoriert. Detzer rechnet mit
der schwarz-weißen Fahne und bleibt stehen. Als er die Situation durchschaut ist es viel
zu spät und die Meute ist längst über alle Berge. Phillip Schwarz fährt souverän an
der Spitze. Krautzberger auf Platz 2, Patrick Bauer auf der Drei. Detzer kämpft sich von
hinten Meter heran. Ab Runde vier ist er Dritter. Gefolgt von Bauer, Wanninger und Goltz.
In der 2. Gruppe stehen in der ersten Reihe der in der Meisterschaft Führende Marc
Gebhardt im Nissan, in der Mitte Domenik Bendix, der amtierende Deutsche Meister im Opel,
links Jürgen Spaans im Golf. Reihe 2 bilden Thomas Alexiewicz im Citroen und Rene Krüger
im Suzuki. Und in der dritten Reihe Thomas Schulz.
Gleich nach dem Start geht es in der Sparkassenkurve hoch her, Gebhardt kommt als Erster.
dann Krüger, der aber schon auf der Gegengeraden von Bendix geputzt wird. Dann fehlt
plötzlich der deutsche Meister. Motorschaden wie er im Interview bekannt gibt und alle
Hoffnung auf einen erneuten Gewinn der Meisterschaft aufgibt. Gebhardt stürmt Allen
davon,
er will es in diesem Jahr wissen. Rene Krüger ist lange Zweiter, bis ihn ein
Reifenschaden handicapt. Den dritten Platz, hinter Thomas Alexiewicz kann er jedoch
halten. Jürgen Spaans und Thomas Schulz (eine Runde zurück) komplettieren das Ergebnis.
In der Addition der gefahrenen Zeiten ergibt sich für den ersten Wertungslauf folgende
Reihenfolge: 108, 133, 122, 128, 104, 110, 103, 117, 112, 129, 106.
Im zweiten Durchgang dann in
der ersten Gruppe die Startnummern 133, 128, 110, u. 129. . Für einen Moment hat Thomas
Alexiewicz die Nase ganz vorn, muß sich aber dann doch der 133 beugen. Aber er kämpft u
Bauer macht ganz gewaltig Dampf, aber es reicht. Mit einer halben Wagenlänge behauptet er
sich auf Platz 2.
Vierter wird Benjamin Goltz, der nach drei Runden sein Auto abstellen mußte, nachdem
starke Rauchzeichen das bevorstehende Ende bereits im ersten Wertungslauf angekündigt
hatten.
In der zweiten Gruppe dann wieder die 108, 122, 104, 103 u. 106.
Konkurenzlos führt Mario Gebhardt das Felde an. Dahinter folgen Jürgen Spaans und Achim
Krautzberger, Rene Krüger belegt Platz vier und muß sich immer wieder den Atacken von
Mario Detzer erwehren. Aber am Ende bleibt die Reihenfolge erhalten. Thomas Schulz
signalisiert mit der roten Laterne das Ende des Laufes.
Die DM-Punkte im zweiten Wertungslauf verteilen sich wie folgt: Phillip Schwarz, (20),
Marco Gebhardt (17) Thomas Alexiewicz
(15), Patrick Bauer (13), Jürgen Spaans ( 12), Achim Krautzberger ( 11),
Rene Krüger ( 10), Mario Detzer ( 9), Thomas Schulz ( 8) und benjamin Goltz ( 7).
Dann noch das Finale. Wieder strebt Thomas Alexiewicz als Erster die Sparkassenkurve zu
erreichen, aber bereits am Scheitelpungt ist Detzer vorn. Marcus Gebhardt, auf Grund der
Handicapregelung von hinten gestartet kämpft sich Runde um Runde zur Spitze. Ab Runde 4
atackiert er Mario Detzer. Der nutzt aber seine Erfahrung und Routine und bringt Gebhardt
zu verzweifeln. Runde um Runde geht das so. Die Spannung ist kaum zu überbieten. Am Ende
bleibt Wächtersbach vor Stadtallendorf, Alexiewicz wird Dritter, vor Schulz, Krautzberger
, Bauer und Krüger, der allerdings eine Runde zurück liegt.
Klasse 2
Die Startaufstellung sieht in der ersten Reihe Ignaz Schneider im Lancia Integrale (231),
Rene Schlöffel im Suzuki Swift (201) und NilsVoelkel im Golf (254). In reihe 2 Norbert
Fuchs mit dem Audi Dickschiff (208), und Wolfgang Schwarz Golf III (205) Thomas Kunert mit
dem Golf Syncro ist Solist in reihe drei.
Vom Start weg zeigt Schneider, daß der Lancia in dieser Klasse das Maß aller Dinge ist.
Es folgen Voelkel, Schlöffel und Kunert. Fuchs hat sich in der ersten Runde die Lenkung
ramponiert und muß abstellen. Während Schneider unbehelligt seine Bahn zieht kommt
Schlöffel langsam an Voelkel haran. Kurz vor Schluß ist es dann soweit. Schlöffel kann
sich an Voelkel vorbeizwängen und wird Zweiter. Schwarz hält sich aus allem raus und
wird Vierter. Kunert belegt Platz 5.
Im zweiten Lauf dann das selbe Bild und gleicher Einlauf. Pech für Wolfgang Schwarz,
dessen Motor sich unmittelbar nach Zieleinlauf mit Lagerschaden verabschiedete.
Im Finale waren es deshalb dann nur noch vier. Thomas Kunert mußte nach 3 Runden
ebenfalls Defekt melden, sodaß die drei verbliebenen zwar tolle Rundenzeiten fuhren, sich
aber an der für diesen Tag gefundene Hackordnung nicht veränderte. Schneider,
Schlöffel, Voelkel, so der Zieleinlauf.
Klasse 3 und 4
In der ersten Gruppe steht Denis Engel (403) einmal mehr auf der Poole, neben ihm Josef
Vogel (325) und Heiner Ropers (320). In Reihe zwei die Herren Sven Christmann (316) und
Michael Straub (402). In Reihe drei Holger Gocht (322) und Sabrina Straub.Wie zu erwarten
precht Engel mit gewaltigem Speed sofort an die Spitze, Vogel, Christmann, Vater Straub
und Tochter Sabrina ,Ropers, und Gocht sind die Verfolger. Sabrina scheint einen Schaden
an der Vorderachse zu haben und scheidet in der dritten Runde aus. Vorn zieht Denis Engel
einsam seine Bahnen. Kampf gibt es um Platz zwei und drei. Christmann versucht sich immer
wieder an Josef Vogel, bis es ihm gelingt den Josef zu überholen.
In der zweiten Gruppe stehen in Reihe 1 Sandro Carls (308), Markus Rausch, (304) und Marco
Henker (407), in Reihe 2 postieren sich Dieter Dieselkämper (312) und Daniel Naumann
(302), in Reihe drei stehen Carsten Schlöffel und Mirko Fiedler.
Markus Rausch gewinnt den Start und kann sich der Angriffe von Naumann erwehren, kann sich
später sogar absetzen. Henker fährt sicher auf Platz drei. Sandro Carls muß schon
unmittelbar nach dem Start abstellen und für Dieselkämper ist das Rennen nach Runde 6 zu
Ende. Zieleinlauf also: Rausch, Naumann, Henker, Schlöffel, Fiedler.
Im zweiten Wertungslauf stehen bei der ersten Gruppe in Reihe eins Sven Christmann (316)
Marcus Rausch (304) und Daniel Naumann (302) dahinter Carsten Schlöffel und Michael
Straub (402).
Mit einem fulminanten Start braust Straub davon, Rausch ist ihm dicht auf den Fersen.
Straub wird überholt kontert aber und holt sich Platz 1 zurück. Spannendes geschehen auf
der Bahn.
Raus versucht immer wieder an Straub vorbei zu kommen. Und da ist dann noch Sven
Christmann, der ebenfalls ein verwegenes Rennen fährt. Die drei zeigen dem Publikum wie
interssant Autocross-Sport ist. Mit unheimlichem Einsatz wird um jeden Meter gekämpft.
Letzlich bleibt es bei der Reihenfolge.
In Gruppe 2 stehen vorn Denis Engel, Josef Vogel und Marco Henker, in Reihe zwei Mirko
Fiedler und Heiner Ropers. Keine Frage, Engel braust wie ein Wirbelwind nach vorn. Das
zweite Dickschiff von Marco Henker bezieht Position zwei, danach Josef Vogel, Heiner
Ropers und abgeschlagen Mirko Fiedler Heiner Ropers fällt nach 3 Runden aus. Am Ende gibt
es folgenden Einlauf: 403, 407,325 und 307.
Den Höhepunkt es Tages, das Finale der Spezialautocrossfahrzeuge entschied Michael Straub
für sich. Sein Kommentar: Endlich habe ich die richtigen Reifen gefunden. Es macht
wieder richtig Spaß. Daniel Naumann belegte Platz zwei. Christmann wurde Vierter
vor Marcus Rausch. Denis Engel riskierte vom letzten Startplatz aus startend etwas zuviel
und mußte mit dem letzten Platz vorlieb nehmen. Da er nur sporadisch in diesem Jahr in
der Deutschen Autocross Meisterschaft startet und auch nicht in die Deutsche Autocross
Trophäe eingeschrieben ist, können ihm die Punkte ohnehin egal sein. Die Überlegenheit
seines Autos und seine Fahrzeugbeherrschung hatte er ohnehin bereits eindrucksvoll
demonstriert.
Eberhard Rast





