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20.07.05
Bericht vom 5. Lauf zur Deutschen Autocross Meisterschaft in Buxtehude
Schon vor über drei Jahren hatte man sich erinnert, dass Rallycross und Autocross doch vieles gemeinsam haben und eine sogenannte Doppelveranstaltung doch eigentlich ein Leckerbissen für die Zuschauer sein müßte ...

Die Gedanken fielen auch beim DMSB auf fruchtbaren Boden und die Idee wurde Wirklichkeit. Nun ist es fast schon Tradition, dass einmal im Jahr auf dem Estering bei Buxtehude um Punkte für die Deutsche Meisterschaft sowohl für Rallycross, als auch für Autocross gekämpft wird.

Die Männer um Jens Schäfer und Andreas Göhring hatten wieder mit dem ihnen eigenem Elan eine Top - Veranstaltung vorbereitet. Dies schien selbst Petrus so gesehen haben, denn er hielt seine Wasserschleusen dicht und so konnten die Zuschauer bei trockenem und sonnigem Wetter einen hervorragenden Veranstaltungstag genießen.

Bei den Autocrossern begann es wie immer mit der Abteilung Junioren in den Cross- bzw. Juniorenkarts. Hatten bei den vergangenen Rennen die nach dem neuen Reglement aufgebauten Juniorkarts der Brüder Schulze noch an diversen Kinderkrankheiten gelitten, so zeigte sich am Estering, dass man die Arbeit am neuen Kart offensichtlich ernst nimmt. Natürlich kam auch die Streckenführung und der Belag den „Neuen“ entgegen, aber diesmal zeigten sie welches Potential in den kleinen Autos steckt. „Giftzwerg“ Sabrina Straub, die bislang das Maß aller Dinge war, hatte jedenfalls gegen Stefan Schulze keine Chance und auch Willi Schulze war am Ende dicht dran. Vater Schulze hatte seinen Jungs auch noch 1000 Umdrehungen mehr Drehzahl erlaubt und siehe da, die Überraschung war gelungen.
Im zweiten Lauf zeigte dann allerdings Sabrina wieder, dass sie nicht gewillt ist ihre diesjährige Dominanz so ohne weiteres aufzugeben. Der blaue Blitz aus dem Hause Spitznagel gewann vor Willi und Stefan Schulze aus Doberlug Kirchhain.

In der Klasse 1 stellten sich 10 Serientourenwagen zum ersten Wertungslauf auf. Ruppel im Ford Escort setzt sich endgültig als Erster durch und stürmt der Sparkassenkurve entgegen. Im nachfolgendem Feld stellt sich ein Fahrzeug quer, aber man sortiert sich wieder. Thomas Schulz und Domenic Bendix bleiben dicht an Ruppel dran. Stefanie Benker vom MC Kesseltal kommt mit arg verformter Frontpartie aus der Senke. Gebhardt bedrängt Bendix, der muss sich dem hubraumstärkerem Nissan beugen und fällt auf Platz 4 zurück. Ab Rennmitte entwickelt sich ein erbitterter Fight zwischen Ruppel und Gebhardt, aber aus den Ecken heraus scheint Ruppel die besseren Rezepte zu haben. Schließlich gewinnt Ruppel, vor Gebhardt, Schulz und Bendix. Krüger, Detzer, Kallauch, Mock und Benker folgen.

In der Klasse 2, den Supertourenwagen waren alle gespannt, wie sich der Newcomer Hermann Röben jr. wohl präsentieren würde. Auch Wolfgang Schwarz, der frühere Mannschafts - Europameister war mit seinem blitzsauber aufgebautem Golf 3 ein ernstzunehmender Faktor. Dazu so gute Leute, wie der in der DM an dritter Stelle liegende Rene Schlöffel und die Herren Dennis Vesper und Martin Fürst. Frank Eichelberg aus dem Rallycrosslager vervollständigte die Startaufstellung. Den Start gewann zwar Rene Schlöffel, aber der eigentliche Gewinner war eigentlich Hermann Röben jr. der sein Dickschiff sofort auf Platz 2 manövrierte. Wolfgang Schwarz hatte wiederum Pech: „ Es gab ein, zweimal metallische Schläge, so als wenn ein Kolbenring gebrochen wäre, dann ging der Motor fest“ berichtete er und hat nun wieder jede Menge Schraubarbeit zu leisten. An der Spitze kämpften Schlöffel und Röben. Schließlich erwies sich der kleine Swift als das bessere Konzept.

Schade, in der Klasse 3, Spezialautocrossfahrzeuge bis 1400ccm waren nur 3 Fahrzeuge am Start. Klar, dass Frank Meinzel aus Mittenaar seine Spitzenfunktion in der Meisterschaft festigen wollte. Aber Dieter Dieselkämper, der in dieser Saison das erste mal wieder antrat, hatte sich schon vorgenommen, ordentlich mitzumischen. Nachdem Meinzel den Start gewonnen hatte kam plötzlich Dieselkämper als Leader aus der zweiten Runde zurück. Später Verlor Meinzel weiter erheblich an Terrain und Dieselkämper gewann souverän mit über 18 Sekunden Vorsprung. Daniel Naumann folgte nach weiteren 6 Sekunden. Außer den spektakulären Drifts auf den asphaltierten Streckenabschnitten hatte dieser Lauf nicht sehr viel zu bieten.

In der Klasse 4, Spezialautocrossfahrzeuge über 1400 ccm war neben Markus Rausch natürlich Denis Engel der Favorit. Beim Start ließ Engel es richtig krachen und bog als Erster in die Sparkassenkurve ein. Die Führung hielt allerdings nur zwei Runden, dann zwang ihn ein Defekt zu Ausscheiden. Markus Rausch nutzte die Chance und ließ sich die 23 zu erzielenden Meisterschaftspunkte nicht entgehen. Carsten Schlöffel, Erich Faul. Und Marko Henker belegten die Plätze.

Mit etwas Verspätung begannen dann am Nachmittag die zweiten Wertungsläufe

In der Klasse 1 Serientourenwagen Ruppel, Gebhardt und Schulz in der ersten Reihe. Der Deutsche Meister 2004 nur in Reihe 2. Ruppel gewinnt den Start, wird aber hart bedrängt von Gebhardt. Danach bildet sich eine Gruppe mit Bendix, Detzer und Schulz.
Stefanie Benker hat ihren Golf wieder geliftet und rollt von ganz hinten das Feld auf. Am Ende wird sie mit Platz 5 belohnt. Vorn aber tobt der Kampf zwischen Ruppel und Gebhardt.
In der 5. Runde hat es Gebhardt dann geschafft und ist in Führung gegangen. Ein bißchen kann er sich von Ruppel noch absetzten und gewinnt.

Bei der Klasse 2 Supertourenwagen gewinnt Rene Schlöffel den Start. Hermann Röben jr. patzt etwas und nimmt erst als Vierter die Sparkassenkurve. Die Reihenfolge: Schlöffel , Eichelberg, Fürst, Röben, Vesper. Lange scheint es, als könne Schlöffel nicht wegkommen.
Die gleiche Reihenfolge über einige Runden. Dann fällt Eichelberg aber doch etwas ab.
Dramatik in der letzten Runde: Eichelberg dreht sich kurz vor dem Ziel und wird dadurch noch von Fürst abgefangen. 0,06 Sekunden Differenz zeigten die Uhren beim Einlauf.

Klasse 3 Spezialautocrossfahrzeuge bis 1400 ccm zunächst das gleiche Bild wie im 1. Wertungslauf. Dieselkämper vorn, gefolgt von Meinzel und Naumann. Meinzel kann als Einziger mit Dieselkämper mithalten. Dann plötzlich der Knall: Dieselkämpers Auto bleibt kurz nach Beginn der letzten Runde stehen. Aus der Traum. So gewinnt doch noch Meinzel vor Naumann.

Nun steht nur noch der 2. Wertungslauf der Klasse 4 Spezialautocrossfahrzeuge über 1400 ccm aus. Das volle Feld läßt auf einen spannenden Lauf hoffen.
Denis Engel, obwohl aus der zweiten reihe gestartet ist eingangs der Sparkassenkurve an erster Stelle. Rausch, Faul , Henker, Schlöffel, Straub folgen. Schlöffel wird zeitweise bis nach ganz hinten durchgereicht, kann sich aber zum Ende wieder an Michael Straub vorbeimogeln. Engel fährt souverän vornweg. In der letzten Runde drückt sich Henker noch auf den dritten Platz.

Zu guter letzt die Finals:

Klasse 5 u. 6a Cross- und Junior-Karts:
Sabrina Straub gewinnt den Start und biegt als Erste in die Sparkassenkurve, danach Stefan und Willi Schulze. Gegen Mitte des über 9 Runden angesetzten Laufes übernimmt Stefan Schulze die Führung und auch Willi Schulze kommt immer weiter an Sabrina Straub heran. Dann kommt auch er am „Giftzwerg“ vorbei. Alles in allem also ein erfolgreicher Tag für Familie Schulze und bei Straubs wird man nach Verbesserungen suchen.

Klasse 1 Serientourenwagen:
Gebhardt gewinnt den Start und damit den gesamten Lauf. Zwar kann sich Thomas Schulz lange Zeit auf Platz 2 behaupten, muss sich aber am Schluss dem Escort von Marcus Ruppel und dem Golf von Mario Detzer beugen. Rene Krüger kam auf Platz 5. Stefanie Benker nach dem Start auf Platz fünf liegend fiel bis auf den letzten Platz zurück, kämpfte sich aber wieder auf den sechsten Rang vor. Domenic Bendix fiel auf den letzten Platz zurück – eine Folge davon, dass die Gewichteregelung die Leistungsvorteile der mit mehr Hubraum ausgestatteten Fahrzeuge vielleicht doch nicht ganz egalisiert?

Klasse 2 Supertourenwagen
Die beiden Protagonisten in dieser Klasse stehen beim Start infolge der Handicapregelung in Reihe 2. Kein Problem für Hermann Roeben jr. Bereits vor der Sparkassenkurve liegt er auf Platz 2. Während Martin Fürst voran stürmt, entwickelt sich zwischen Roeben und Frank Eichelberg ein beinhartes Duell. Eichelberg kennt jeden Meter am Estering, Roeben ist neu.
Toll, wie es Eichelberg immer wieder an Roeben vorbei zu kommen. Vater Roeben steht auf dem Turm und fiebert mit. Schon gibt er den Kampf verloren, dann Jubel, der Filius hat es noch gerade so geschafft.

Klasse 3 u. 4 Spezialautocrossfahrzeuge
Zum letzten Finallauf des Tages starten die Spezies.In der ersten Reihe steht in der Mitte Denis Engel eingerahmt von den Herren Christmann und Straub. Keine Frage, wer den Start gewinnt. Aber auch Dieselkämper aus Reihe 2 kommend macht mächtig Tempo und schiebt sich auf Platz 2. Auch Christmann kann sich auf Platz drei gut behaupten. Leider fallen diese beiden im Verlauf des Rennens aus. So ergibt sich folgender Einlauf: Engel, C. Schlöffel, Meinzel, Henker, Faul, Rausch, Naumann, und Michael Straub.

Die Organisatoren konnten über den Verlauf ihrer Veranstaltung zufrieden sein. Lediglich die Zeitnahme hinterließ gelegentlich den Eindruck leichter Überforderung. Außerdem hätte es nicht geschadet, wenn sich bei dem Fahrerfeld und dem schönen Wetter ein paar mehr Zuschauer eingefunden hätten.

Eberhard Rast, den 20. Juli 2005
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